Tiervermittlung

Wenn es um die zentralen Aufgaben und Ziele des Tierschutzes geht, rückt die Tiervermittlung immer wieder in den Mittelpunkt des Interesses, obwohl die Tierschutzarbeit noch vieles mehr ist. Für die meisten Menschen, die nicht direkt involviert sind, ist die Tiervermittlung jedoch das vorherrschende Thema im Bereich des Tierschutzes. Vor allem da Tierfreunde so den Tierschutz aktiv unterstützen können und die Vermittlung der Tiere das ist, was öffentlichkeitswirksam kommuniziert wird, rückt diese in den Fokus. Wer den Tierschutzgedanken nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch unterstützen möchte, muss nicht zwingend ein Ehrenamt ausüben oder im Tierheim arbeiten, sondern tut gut daran, bei der Anschaffung eines Vierbeiners von Züchtern und Zoohandlungen Abstand zu nehmen und stattdessen die Tiervermittlung des Tierschutzes zu nutzen.

Wer führt Tiervermittlungen durch?

Tiervermittlungen sind eine der zentralen Aufgaben eines jeden Tierheims, so dass man dort auf der Suche nach einem neuen Haustier an der richtigen Adresse sein dürfte. Anderweitige Tierschutzvereine und Tierhilfen kommen ebenfalls in Betracht und suchen vielfach nach einem neuen Zuhause für jeden ihrer Schützlinge. Findet die Tiervermittlung privat statt, sollte man sich allerdings vergewissern, dass es sich um aktiven Tierschutz handelt. Zuweilen tarnen sich auch Vermehrer als Tierschützer und täuschen eine ehrenamtliche Tiervermittlung vor, obwohl es eigentlich ihr Geschäft ist, Tiere gewinnbringend zu verkaufen. Hier ist also Vorsicht geboten.

Welche Tiere werden üblicherweise über den Tierschutz vermittelt?

Grundsätzlich können alle in Menschenhand gehaltenen Tiere in der Tiervermittlung der Tierschutzvereine landen, so dass sich hier die ganze Bandbreite der Haustiere zeigt. Nutztiere und Großtiere werden zwar zuweilen auch zu Notfällen im Tierschutz, aber die häufigsten Haustierarten dominieren die Tiervermittlung eindeutig. Demnach stehen vor allem die folgenden Tiere regelmäßig zur Vermittlung:

  • Hunde
  • Katzen
  • Kaninchen
  • Meerschweinchen
  • Farbratten
  • Hamster
  • Rennmäuse
  • Degus
  • Chinchillas
  • Wellensittiche
  • Kanarienvögel
  • Prachtfinken
  • Nymphensittiche
  • Papageien

Die zunehmende Popularität von Exoten zeigt sich zudem auch anhand der Tiervermittlung, denn auch Reptilien und andere außergewöhnliche Haustiere suchen über den Tierschutz oftmals ein neues Zuhause mit artgerechter Haltung.

Wie läuft die Tiervermittlung ab?

Der Ablauf der Tiervermittlung kann je nach Organisation variieren, aber grundsätzlich ist diese komplexer als gedacht. Die Tierschutzvereine sind ohne Frage über jeden Interessenten glücklich, geben ihre Schützlinge aber dennoch nicht an den Erstbesten weiter. Stattdessen finden zunächst Gespräche und eventuell auch Kontrollen statt. Dadurch soll das Verantwortungsbewusstsein auf die Probe gestellt werden. Gleichzeitig geht es auch um die Absicherung artgerechter Haltungsbedingungen. Nur wenn alles stimmt, wird ein Schutzvertrag abgeschlossen, der die Adoption des Tierheimtieres regelt. Dass man den Vierbeiner direkt mitnehmen kann, ist somit zumeist ein Irrglaube.

Warum fallen im Rahmen der Tiervermittlung Kosten an?

Dass Tierheimtiere nicht kostenlos abgegeben werden, dient keineswegs dem Profit der Tierschutzorganisationen. Die fällige Schutzgebühr ist angesichts der hohen Aufwendungen, die für die Unterbringung, Versorgung und tiermedizinische Betreuung anfallen, nie kostendeckend. Stattdessen geht es darum, zumindest eine geringe Einnahme zu erzielen und den Eindruck zu vermeiden, in den Tierheimen könnte man Geld sparen, da dort Haustiere gratis vermittelt werden. Der Tierschutzgedanke soll auch bei den Interessierten angekommen sein, weshalb diese gerne bereit sein sollten, die Tierschutzarbeit zumindest durch Zahlung der Schutzgebühr im Rahmen der Vermittlung zu unterstützen.

Wie kann man sich auf die Tiervermittlung vorbereiten?

Wer einem Tier aus dem Tierheim ein neues Zuhause schenken möchte, muss sich auf eine mehr oder weniger aufwendige Tiervermittlung einstellen. Dabei schadet es nicht, sich vorzubereiten, indem man beispielsweise die relevanten Unterlagen zusammenstellt. So kann es mitunter erforderlich sein, nachzuweisen, dass der Vermieter die Tierhaltung erlaubt oder man im Eigentum lebt. Den eigenen Ausweis darf man ebenfalls nicht vergessen. Gegebenenfalls bietet es sich für Interessenten an Kleintieren an, Fotos der Unterbringung mitzubringen. Natürlich sollte man die eigene Motivation stets hinterfragen und sich selbst fragen, ob man dem Tier gerecht werden kann.